Unsere Antworten auf Ihre Fragen

Was soll erfragt werden?

Der Landkreis Holzminden ist u. a. Träger der allgemeinbildenden Schulen im Sekundarbereich I. Hierzu gehören die Hauptschulen, die Realschulen, die Oberschulen, die Gymnasien sowie die Förderschulen und die Integrierten Gesamtschulen.

Vor dem Hintergrund der öffentlichen Diskussion über den Bedarf an dieser neuen Schulform hat der Kreistag des Landkreises Holzminden in seiner Sitzung am 19.07.2021 beschlossen, in der Samtgemeinde Eschershausen-Stadtoldendorf eine Integrierte Gesamtschule zu errichten. Der Kreistag hat den Landrat beauftragt eine Elternbefragung durchzuführen. Hierbei wird bei den Eltern der Schülerinnen und Schüler der Klasse 1 bis 4 der Grund- und Förderschulen abgefragt, ob ein Interesse an dem Besuch einer IGS in der Samtgemeinde Eschershausen-Stadtoldendorf besteht.

Bei ausreichendem Interesse wird eine IGS errichtet werden. Gleichzeitig werden die bestehende Haupt- und Realschule Eschershausen, die Homburg-Oberschule Stadtoldendorf sowie die Oberschule Bevern auslaufend aufgehoben.

Was ist eine Integrierte Gesamtschule?

In der IGS werden die Schülerinnen und Schüler unabhängig von der Schulform (Hauptschule, Realschule, Gymnasium, Förderschule) zusammen unterrichtet.

Die Kinder lernen von der 5. bis zur 10. Klasse gemeinsam. Die Schülerinnen und Schüler erhalten unterschiedliche Aufgaben und erarbeiten ein Thema gemeinsam in gemischten Lerngruppen – so profitieren sie möglichst lange gegenseitig voneinander. Stärken und Schwächen können besser erkannt und gefördert werden. Auch für Kinder, die sich später entwickeln, muss man nicht bereits nach der 4. Klasse festlegen, welchen Schulabschluss sie später machen sollen.

Die Gesamtschule vermittelt ihren Schülerinnen und Schülern nach einem völlig neuen zukunftsweisenden pädagogischen Konzept eine grundlegende, erweiterte und vertiefte Allgemeinbildung und ermöglicht ihnen eine individuelle Schwerpunktbildung entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit und Neigungen. Sie stärkt Grundfertigkeiten, selbständiges Lernen und auch wissenschaftliches Arbeiten. Ziele, Inhalte und Methoden für den Unterricht an der IGS sind durch fachbezogene Lehrpläne bestimmt.

Welche Jahrgangsstufen umfasst die IGS?

In neuen Gesamtschulen werden – aufsteigend beginnend – die Schuljahrgänge 5 bis 10 im Sekundarbereich I unterrichtet.

Bei ausreichenden Schülerzahlen ist die spätere Erweiterung um eine gymnasiale Oberstufe möglich. Dieser Sekundarbereich II umfasst dann die Jahrgänge 11 bis 13.

Welche Abschlüsse sind möglich?

An der IGS sind alle Abschlüsse möglich, die auch an den bisherigen Schulen erworben werden können: nach Abschluss der Klasse 9 den Hauptschulabschluss oder Förderschulabschluss Lernen, nach Klasse 10 den Sekundarabschluss I – Haupt- oder Realschulabschluss oder den Erweiterten Sekundarabschluss I, der zum Besuch der gymnasialen Oberstufe berechtigt.

Wann würde eine IGS errichtet und mit welchem Jahrgang würde sie beginnen?

Ergibt sich auf Basis der Elternbefragung ein ausreichendes und langfristiges Interesse an einer IGS im Landkreis Holzminden und genehmigt das Regionale Landesamt für Schule und Bildung diese, könnte zum 01.08.2022 eine integrierte Gesamtschule beginnend mit Jahrgang 5 eingerichtet werden.

Was geschieht mit den anderen Schulformen und den Schülerinnen und Schülern in der Haupt- und Realschule Eschershausen, der Homburg-Oberschule Stadtoldendorf und der Oberschule Bevern?

Die betroffenen Schulen würden jahrgangsweise auslaufen. Alle jetzigen Schüler und Schülerinnen können bis zu ihrem Abschluss an der gegenwärtigen Schule bleiben und die angestrebten Abschlüsse dort erwerben. Neue Klassenverbände gäbe es ab 2022 nicht mehr.

Warum soll die Gesamtschule in Stadtoldendorf entstehen?

Die Entscheidung für den Standort Stadtoldendorf hat wirtschaftliche Gründe. Es gibt hier in unmittelbarer Nähe Sportanlagen, Freibad sowie einen Busbahnhof mit bestehender Anbindung an die Infrastruktur und den ÖPNV. Ein weiterer ausschlaggebender Faktor ist, dass es auf dem Gelände ausreichend freie Fläche für einen Schulneubau gibt. Es soll hier ein neues, modernes, gut ausgestattetes Gebäude entstehen, das kombiniert mit einem völlig neuen pädagogischen Konzept, die Basis für eine zukunftsweisende Schulstruktur für Familien in unserem Landkreis bietet.

Anfänglich angedachte Standorte wie am Ortsausgang Eschershausen in Richtung Holzen oder in der Nähe des Klosters Amelungsborn sind zu klein, nicht im Besitz des Landkreises oder es stehen keine Flächen zum Verkauf, um ausreichend Platz für einen Neubau zu erhalten. Zudem bedeutet die Erschließung und der Bau an einem komplett neuen Standort ein enormes zusätzliches Investitionsvolumen, das den Landkreis finanziell überfordert.

Wohin gehen die Schülerinnen und Schüler, die keine IGS besuchen möchten?

Sie haben das Recht, die zu ihrem Wohnort nächstgelegene Schule zu besuchen, die die von ihnen bevorzugte Schulform anbietet.

Würde eine IGS als Ganztagsschule geführt?

Wie die meisten Schulen heute, wird auch die IGS als Ganztagsschule geführt werden, damit ein breites Betreuungs- und Zusatzangebot, z.B. an AG’s möglich ist.

Wird die IGS eine Ganztagsschule werden?

Die IGS wird nicht automatisch Ganztagsschule werden. Mit dem Antrag auf Errichtung der IGS wird der Landkreis Holzminden als Schulträger auch gleichzeitig einen Antrag auf Einführung des Ganztagsschule an der IGS stellen. Das Konzept für den Ganztagsbetrieb wird dann von der Planungsgruppe der IGS erarbeitet werden.

Wenn ich mich/wir uns für eine IGS aussprechen, bin ich/sind wir dann verpflichtet mein/unser Kind dort anzumelden?

Nein! Es geht im Rahmen der Umfrage darum, das grundsätzliche Interesse an einer IGS zu erfragen, um eine gute Entscheidungsgrundlage unter Berücksichtigung des Elternwunsches zu haben. Sie haben selbstverständlich das Recht, Ihr Kind auf eine andere als in der Befragung angegebene Schulform zu schicken.

Wie läuft die Elternbefragung ab?

Eine Gesamtschule kann eingerichtet werden, wenn der dauerhafte Bedarf für diese Schulform nachgewiesen wird. Für diesen Nachweis erwartet das Regionale Landesamt für Schule und Bildung, das letztlich die Genehmigung für die Einrichtung einer neuen Schule erteilt, verlässliche Daten. Es werden Erziehungsberechtigte der Grundschul- sowie der Förderschuljahrgänge 1 bis 4 hinsichtlich ihres Interesses an einer IGS am Standort Stadtoldendorf befragt.

Für jedes Grundschul-/Förderschulkind ist ein Fragebogen auszufüllen.

Wann und wo soll der Erhebungsbogen abgegeben werden?

Ihre Rückmeldung geht zurück an den Landkreis. Sie können entweder per Post oder per Online-Befragung abstimmen (siehe Fragebogen). Bei der Online-Befragung geben Sie bitte als Unterschrift die ID ein, die Ihnen mit dem Anschreiben übersandt worden ist.

Der Erhebungsbogen muss spätestens bis zum 31.10.2021 beim Landkreis Holzminden – Bereich Bildung und Kultur –, Bürgermeister-Schrader-Str. 24, 37603 Holzminden vorliegen.

Warum werden nur die Erziehungsberechtigten der Jahrgänge 1 bis 4 der Grundschulen und der Förderschulen befragt und nicht die Erziehungsberechtigten von Kindern, die noch nicht zur Schule gehen?

Nach dem Nieders. Schulgesetz sind in der Regel die Erziehungsberechtigten der Grundschulklassen 1 bis 4 zu befragen. Nur wenn die IGS zum übernächsten Schuljahr errichtet werden soll, sind die Erziehungsberechtigten der Klassen 1 bis 3 der Grundschulen und die Eltern der Kindergartenkinder zu befragen, die im nächsten Schuljahr eingeschult werden.

Ist die IGS eine inklusive Schule?

Nach dem Nieders. Schulgesetz sind alle öffentlichen Schulen inklusive Schulen. In den öffentlichen Schulen werden Schülerinnen und Schüler mit und ohne Behinderung gemeinsam erzogen und unterrichtet.

Wozu werden unsere Daten verwendet?

Alle erhobenen Daten dienen ausschließlich der Ermittlung des Interesses an der Errichtung einer Integrierten Gesamtschule. Die in diesem Zusammenhang erhobenen personenbezogenen Daten werden vertraulich behandelt und nach der Auswertung der Bögen vernichtet.

Wo gibt es weitere Informationen?

Es sind mehrere Informationsveranstaltungen im gesamten Landkreis geplant, an denen Eltern, Vertreterinnen und Vertreter von IGSen und des Landkreises Holzminden Sie über die Schulform informieren möchten. Wann und wo diese stattfinden, steht im Anschreiben. Kommen Sie gerne mit Ihren Fragen zu einem der Termine!

Für Rückfragen stehen Ihnen im Landkreis zur Verfügung:
Frau Niegel, Tel. 05531/707-265, E-mail: bildung-kultur@landkreis-holzminden.de
Frau Wessel, Tel. 05531/707-391, E-mail: bildung-kultur@landkreis-holzminden.de

Fragen an den Kreiselternrat können Sie den ElternvertreterInnen direkt unter
KER-Holzminden@web.de stellen.

Um aussagekräftige Ergebnisse – auch in der mittel- und langfristigen Prognose – zu erhalten, die den Elternwunsch deutlich widerspiegeln, würden wir uns sehr über eine große Beteiligung an dieser Umfrage freuen!